Der Fluss Narew in Nordost-Polen schlängelt sich durch das größte Fluss-Auen-System
Europas. Es ist das beeindruckendes Beispiel eines anastomisierenden, also stark
mäandrierenden Flusses mit vielen Seitenarmen. Dieser Fluss ist einmalig in Polen und in
Europa. Er bezaubert so stark, dass dieses Gebiet manchmal als „Polnisches Amazonien“
bezeichnet wird, auch wegen der reichen Tier- und Pflanzenwelt. Dank seines einmaligen
Charakters wird der Fluss Narew auf die gleiche Stufe gehoben wie der Okawango in Afrika,
der Ob in Sibirien und der Saskatchewan in Kanada.
3. Tag „Die Flüsse Narew und Biebrza“
Heute besuchen wir die jüdische Synagoge (17. Jh.) in Tykocin.
Die Fahrradtour führt uns am hohen Ufer des Flusses Narew entlang und auf einem
Asphaltweg durch den Wald. Von einem Aussichtsturm blicken wir über den Biebrza-Sumpf
und sehen vielleicht sogar einen Elch.
Abendessen und Übernachtung in der Pension über dem Fluss Biebrza.
Fahrradstrecke ca. 50 km
Das Naturschutzgebiet im Biebrzatal
Riesige Sumpfwälder sind mit Flecken von Torfwiesen durchsersetzt, die zur Heugewinnung
genutzt werden. Trotz dieser Veränderungen haben die Biebrza Sümpfe viel von ihrer
Ursprünglichkeit behalten, da sie nie, im Gegensatz zu den meisten Sumpfgebieten Europas,
entwässert wurden.
Die Biebrza Region ist dadurch heute das größte und besterhaltene Feuchtgebiet seiner Art in
Europa.
Was es so einzigartig macht, ist das Vorhandensein eines „lebenden Flusses“, der frei
schlängelnden und über ihre Ufer tretenden Biebrza, die im Frühling große Wiesenflächen in
Seen verwandelt. Überschwemmungen fürchtet dort niemand, sondern sie werden als
willkommenes Naturereignis betrachtet.
4. Tag „Urwald und Kanal Augstowski“
Wir fahren des Morgens mit dem Bus zum Startplatz der Radtour.
Die Route führt nahe entlang des Biebrza Flusses zwischen duftenden Wiesen, aus denen
das Tuten der Kraniche ertönt. Danach radeln wir oberhalb des Sees durch den Wald, wo wir
viele schöne Stellen mit Ausblicken in die wunderschöne Natur passieren. Gelegenheiten zum
Baden im See.
Unterwegs werden wir inmitten der Wälder zwischen den Seen auf das kleine Sanktuarium mit
dem heiligen Wasser treffen, wohin auch Papst Johannes Paul II. gepilgert war.
Unser Hotel liegt im Wald über dem See in Augustow.
Der Urwald von Augustow gehört zu den größten geschlossenen Waldkomplexen Europas mit
fast 100 000 Hektar Wald, über 7000 Hektar Seen und nur rund 2500 Hektar kultivierter und
besiedelter Fläche. Er liegt nahe der Grenze zu Litauen und gilt als einer der schönsten
Urwälder in den Masuren, auch die „Grüne Lunge Polens“ und „Venedig des Nordens“
genannt.
Augustow ist berühmt durch seinen Augustow-Kanal, die wichtigste Wasserverbindung
zwischen der Weichsel und der Memel. Aufgrund der Vergangenheit Augustows als
Badekurort bieten sich dort auch heute noch zahlreiche Möglichkeiten, zu günstigen Preisen
Wellnessangebote in Anspruch zu nehmen.
Nach dem Abendbrot werden wir die Stadt und schöne Plätze oberhalb der den Seen
besuchen, wo zahlreiche kleine Kaffeehäuser zum Verweilen einladen.
Fahrradstrecke ca. 50 km
5. Tag „Wigry-See - einer der schönsten Seen Polens“
Wir starten heute am Hotel mit den Fahrrädern, radeln durch den Augustowska-Urwald und
entlang dem Augustow-Kanal, durch kleine Dörfer und Ortschaften in der Nähe des Kanals
und vorbei an idyllischen Seen. Eine der malerischsten Routen unserer Radreise.
Nächstes Ziel ist der Wigry Nationalpark, wo sich Seen und Wälder abwechseln. Dieser Park
ist eine der ursprünglichsten Naturregionen Europas, teilweise noch als nördlicher Urwald
belassen. Hier treten viele seltene Tierarten auf, unter anderem Wölfe und Weiße Adler.
Wir bewundern den Wigierski Nationalpark mit einem der schönsten Seen, dem Wigry See.
An dessen Ufer steht das Kamadulenser-Kloster aus dem 18. Jahrhundert. Dieser Ort wurde
von Papst Johannes Paul II. während seiner Pilgerreise nach Polen im Jahr 1999 besucht. Wir
werden dort übernachten.
Radstrecke ca. 50 km
6. Tag „Kajaktour auf dem Fluss Czarna Hañcza und Laba Diana - Litauen“
Die saubere und unberechenbare Czarna Hañcza schlängelt sich durch eine reizvolle,
abwechslungsreiche Landschaft. Die Kajaktour führt durch den Wigry-Nationalpark.
Die Czarna Hancza ist ein ruhiger, aber abwechslungsreicher Fluss ohne schwierige Stellen,
kann also auch ohne Paddelvorkenntnisse befahren werden.
Es ist die ideale Einsteigertour für Anfänger. / ca 3 Std./
Wir werden weiter mit dem Bus nach Litauen hineinfahren. / ca. mit Bus 2,5 Std. /
„Laba Diana!“ - so melodisch klingt die traditionelle litauische Begrüßung.
Die meistbesuchte Sehenswürdigkeit in Litauen ist die malerisch gelegene Wasserburg von
Trakai, unweit von Wilnius. Trakai war die mittelalterliche Hauptstadt Litauens und im 14. und
15. Jahrhundert Residenz der litauischen Großfürsten, noch bevor Wilnius zur Hauptstadt
wurde. Trakai (deutsch Traken, polnisch Troki) ist eine Kreisstadt mit etwa 5400 Einwohner
Die Wasserburg Trakai wurde sowohl aus Feldsteinen als auch aus Backsteinen erbaut.
Im Zentrum von Trakai, einem Städtchen mit rund 6000 Einwohnern, fallen die
charakteristischen Häuschen mit dreifenstrigen Giebeln zur Straße ins Auge. Sie sind typisch
für die karaimische Bevölkerung in Trakai.
Sehenswert ist das Beethaus der Karaimen, die Kenessa. Sie sind eine jüdische
Religionsgemeinschaft, die nach der Thora lebt, den Talmud aber ablehnt. Heute gibt es nur
noch etwa 70 karaimische Familien in Litauen. mehr + Bilder von www.trakai.info
Spätnachmittags erreichen wir Wilnius.
Abends können Sie bei einem Altstadtbummel in Wilnius einkehren und eine angenehme
Besonderheit dieser Stadt genießen: den Kaffee. Seine Qualität ist praktisch in jedem der
Kaffeehäuser perfekt und man versteht sofort, warum man Litauen manchmal „Norditalien“
nennt. Das Gefühl, mit dem man in Wilnius den Kaffee macht, kann man am besten mit dem
Wort „Ehrfurcht“ erklären. Im Großen und Ganzen ist Wilnius die Stadt der Kaffeehäuser.
Davon gibt es hier Hunderte, und jedes von ihnen hat sein eigenes Gebäck und einige Sorten
von dem stärkenden und aromatischen Getränk.
Übernachtung in einem Hotel in der Nähe der Altstadt von Wilnius.
Fahrradstrecke ca. 15 km
7. Tag „Wilnius, Wilnius, Wilnius“
Wir werden heute die Altstadt von Wilnius kennenlernen. / ca. 4 Std. /
Außerdem werden wir noch mit unserem Bus weitere interessante Plätze der Stadt anfahren.
Wilnius nennt man oft die Stadt des Barockstils - wegen der vielen Kirchen, Türme und
Stadtvillen, die im Laufe der letzten 500 Jahren gebaut worden sind. Die Altstadt von Wilnius
ist auch dadurch bekannt, dass sie von der UNESCO als der größte historische Baukomplex
in Osteuropa anerkannt worden ist.
In der Altstadt von Wilnius befindet sich der Beweis der früheren Größe von Litauen, der
Schlossberg mit dem Gedeminus-Turm darauf. An seinem Fuße ist das Herz von Wilnius, der
Kathedralplatz mit der bekannten Kathedrale des Heiligen Stanislaw gelegen.
Was man auch sagen mag, es ist Wilnius gelungen, solche auf den ersten Blick einfachen
und sichtbaren Dinge wie Architektur, Musik, gute Küche und Gastfreundlichkeit der Bürger zu
vereinen und daraus einen ausgezeichneten Cocktail zu mixen, der „Geist der Stadt Wilnius“
heißt.
Es kommt oft vor, dass ein gewöhnlicher Reisender, der seine Ferien in Wilnius verbringt, die
ganze Zeit innerhalb der Stadt bleibt.
Übernachtung in Wilnius. Tag. Fahrradstrecke ca. 15 km
8. Tag „Entlang des Flusses Nemunas/Memel“
Nach dem Frühstück werden wir mit dem Bus etwa 40 km bis zum Start unserer Radtour
fahren. Unterwegs werden wir die sehr schön gelegene Stadt Kaunas passieren und auf einem
wunderschönen Abschnitt den Fluss Niamunas/Mamel begleiten. Der Niemen - je nach
Sprache auch Nieman, Nioman, Nemunas - fließt durch Weißrussland, Litauen und in
Russland.
Es ist ein sehr malerisch fließender Fluss, der sich tief eingeschnitten zwischen den Feldern
und den dichten Wäldern Litauens windet und sich manchmal wie die Anakonda rund um die
Städte und Dörfer schlingt. Viele Erzählungen und Legenden ranken sich um diesen Fluss.
Wir werden diese Landschaft aus der Perspektive des Fahrradfahrers bewundern und
mehrmals ganz nahe am Wasser entlang radeln.
Unser heutiges Ziel ist die Stadt Silute/Heydekrug, wo wir übernachten werden.
Fahrradstrecke ca. 35 km
9. Tag „Memeldelta“
Nach dem Frühstück werden wir mit dem Fremdenführer die Stadt Silute besichtigen und
anschließend auf die Fahrräder steigen. Das Gelände ist flach wie in Holland. Die Litauer
nennen die Ortschaft Minge das „Litauische Venedig“.
Die weitläufige Landschaft östlich der Kurischen Nehrung zwischen Klaipeda im Norden und
Silute im Süden sieht aus wie ein Flickenteppich aus Äckern und Siedlungen, durchzogen von
kleinen und grossen Wasseradern, durchzogen auch von schmalen und breiten Wegen. Dort
dehnt sich eine Ebene vor dem Betrachter bis zum Horizont hin aus, wo Erde und Himmel für
den Augenblick verschmelzen. Keine Erhebung ragt hier hervor, die die Sicht begrenzen
könnte. Darüber ein heller, blauer Himmel wie aus einem Bilderbuch.
Ein Gefühl von Weite, von Unbegrenztheit und Freiheit erfasst den Besucher, der diesen
Landesteil Litauens auf sich wirken lässt. Am Wasser angelangt, blickt er bei klarem Wetter
über das Haff hinüber zur Kurischen Nehrung.
Auf unseren Fahrradtouren werden wir Deutsche treffen, die dort vor dem Zweiten Weltkrieg
geboren wurden und Interessantes erzählen können.
In den nahen Wäldern brüten hier sieben Adlerpaare. In der Ortschaft Vente/Windenburg am
Ende des Zipfels besuchen wir die ornithologische Station. Den Schlusspunkt eines
abwechslungsreichen Tages bildet die Schifffahrt über das Kurische Haff nach Nidden, wo wir
übernachten werden. Fahrradstrecke ca. 40 km.
10. Tag „Die Kurische Nehrung“
Seit dem 19. Jahrhundert werden die Kurische Nehrung und das Fischerdorf Nidden von
Reisenden, Malern und Schriftstellern entdeckt. Auch Wilhelm von Humboldt, dem ohne die
Kurische Nehrung ein wunderbares Bild in der Seele fehlen würde, war dort; ebenso Lovis-
Corinth und Max Pechstein. Thomas Mann, baute sich in Nidden ein Sommerhaus.
Nach dem Krieg bleiben in der Sowjetrepublik Litauen, anders als im russischen Teil der
Nehrung, einige Deutsche in ihren Heimatorten.
Heute besichtigen wir gleich nach dem Frühstück das Städtchen Nidden und die Residenz von
Thomas Mann, heute ein sehr interessantes Museum.
Die Fahrradtour führt durch den ganzen litauischen Teil der Nehrung - durch Dünen, durch die
charakteristisch am Meer gelegenen Wälder und durch die Kurorte Preila/Preil,
Juodkrant/Schwarzort, Smiltyne/Sandkrug nach Klaipeda/Memel.
Wir werden noch einmal mit der Fähre über das Kurische Haff fahren mit dem Ziel
Klajpeda/Memel.
Fahrradstrecke ca. 55 km. Wir übernachten in Klajpeda, wo wir mit einem Führer die Altstadt
besichtigen werden.
11. Tag „Das Ende unserer gemeinsamen großen Expedition“
Nach dem Frühstück individuelle Abreise. Auf Wunsch fahren wir Sie zur Eisenbahnstation,
zum Flughafen oder zum Hafen oder auf Ihren Wunsch hin auch nach Wilnius.
Leistungen
* Übernachtungen in Hotels und Pensionen der guten Mittelklasse - Zimmer mit
Dusche/WC
* Verpflegung: Frühstück, Picknick, Abendessen
* Am ersten Tag Picknick, Abendessen
* Am letzten Tag Frühstück und Picknick
* Mineralwasser an allen Radeltagen
* Begleitwagen (ab/bis Warschau/Klaipeda) mit Sitzplätzen für die ganze Gruppe
steht während der gesamten Tour zur Verfügung !!! (falls irgend etwas passieren
sollte, z.B. bei einem plötzlichen Wetterwechsel)
* Fahrräder zur Verfügung (Aluräder mit 7-Gang-Nabenschaltung, bequemem
Sattel, einstellbarem Lenker und Rahmen mit niedrigem Einstieg für bequemes
Auf- und Absteigen; inkl. Radtaschen, auch mit Pannenhilfe)
* Deutschsprechende, fachkundige Reiseleitung ab/bis Warschau/ Klaipeda/Memel
* Örtliche Stadtführungen
* Schifffahrt durch das Kurische Haff/Oberländer Kanal/Masurische Seenplatte
* Kajakfahrt/Stechkahnfahrt auf den Flüssen Krutynia/Elk/Czarna Hañcza/Narew
* Karten der Gegend für jeden Reiseteilnehmer
* Fährüberfahrten über Flüsse, Seen und das Kurische Haff
* Nach der Radreise erhalten Sie eine CD mit unseren Fotos von der Tour als
Erinnerung.
* Grillabend, Lagerfeuer und Akkordeonmusik: zur Begrüßung ein Gläschen
Zubrowka/Wisent-Wodka
Irrtümer und Änderungen vorbehalten
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